Feature mit Originaltonaufnahmen, Produktion: Hessischer Rundfunk, 2012, Der Hörverlag
Mein Beitrag darin:
Teil 8 - DIE WEIMARER REPUBLIK
(in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Heinrich-August Winkler)
"Wie Meteoriten schlagen die Originalstimmen von Paul von Hindenburg, Wilhelm II., Philipp Scheidemann, Willy Brandt und vielen anderen in unsere Jetztzeit – Geschichte ist hautnah erlebbar in diesem O-Ton-Feature, das von der Geburtsstunde Deutschlands über den Ersten und Zweiten Weltkrieg bis in die Gegenwart reicht. Erfahrene Rundfunkautoren, darunter die Macherin der vielgelobten Chronik des Jahrhunderts, haben ein Geschichtspanorama geschaffen, wie es lebendiger nicht sein könnte. Hörspielregisseur Leonhard Koppelmann lässt in seiner Zeitreise Könige, Chronisten und Bauern zu Wort kommen und stellt so gemeinsam mit namhaften Wissenschaftlern in den Köpfen von interessierten Laien Zusammenhänge her: fundiert recherchierte, kundig erzählte und lebendig inszenierte Geschichte." [Verlagstext]
Enthält:
12 Audio-CDs, 975 Minuten
UNTERWEGS IN DER GESCHICHTE DEUTSCHLANDS ist -->HIER<-- erhältlich (Link führ zu Penguin.de)
Hörfunk-Feature. Deutschlandfunk 2010 (50 Minuten) (Link zum Manuskript)
Hawaiis Staatshymne ist ein Kuriosum: während der Text die Monarchie verherrlicht, gemahnt die Melodie an das preußische „Heil dir im Siegerkranz“. Ursache dafür ist, dass der Dichter David Kalakaua war, der vorletzte König von Hawaii – und als Komponist ein Deutscher fungierte: Militärkapellmeister Heinrich Berger aus Berlin.
Über 40 Jahre lang, von 1872 bis 1915, steht Berger dem königlichen Orchester vor, der Royal Hawaiian Band. Hawaiis Musik und Musikleben wird nachhaltig von ihm geprägt: er dirigiert unglaubliche 32.000 öffentliche Konzerte; er notiert als erster die Musik der Polynesier und trägt so zu ihrem Erhalt bei; und er verschmilzt in seinen Kompositionen preußischen Marsch, österreichischen Walzer und hawaiischen Hula zu einem ganz eigenen Stil. Aufgrund seiner Verdienste wird Berger von den Polynesiern respektvoll „Captain Henry“ genannt. Mehr als das gilt er vielen dort als „Vater der hawaiischen Musik“.
Captain Henry erlebt Hawaii in unruhigen Zeiten: von der Monarchie unter dem walzerbegeisterten König Kalakaua und der komponierenden Königin Liliuokalani bis hin zur Annexion Hawaiis durch die USA. Von Bestand ist einzig die Royal Hawaiian Band; bis heute gibt sie nahezu täglich Konzerte.
(Bild: http://www.coswigonline.de/?id=345)
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Hörfunk-Feature. Deutschlandfunk 2009 (50 Minuten) (Link zum Manuskript)
1928 begibt sich Amanullah Khan, König von Afghanistan, auf Europareise. Der junge Monarch will sich Anregungen für die weitere Modernisierung seines Landes holen. Vieles hat er schon auf den Weg gebracht: allgemeine Schulpflicht, Gleichbehandlung von Mann und Frau und Trennung von Kirche und Staat sind nur einige seiner bisherigen Reformen.
Als Amanullah im Februar in Berlin Einzug hält, wird ihm unter reger Anteilnahme der Bevölkerung ein prachtvoller Empfang bereitet – eine halbe Million Reichsmark bringt die hoch verschuldete Republik dafür auf. Für die deutsche Regierung ist es ein erster Schritt hin zu neuer außenpolitischer Souveränität; für die Berliner ist es die Begegnung mit einem Märchenkönig. Liebevoll verballhornen sie seinen Namen zu „Ullemulle“.
König Amanullahs Besuch bildet den vorläufigen Höhepunkt im guten deutsch-afghanischen Verhältnis, das im Ersten Weltkrieg seinen Anfang nahm. Doch als Amanullah nach Kabul zurückkehrt, wird er als angeblich „Ungläubiger“ gestürzt. Eine deutsche Zeitung berichtete, und es klingt beklemmend aktuell: „Allerdings scheint alles, was Amanullah für die Modernisierung des Landes getan hatte, vernichtet.“
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Hörfunk-Feature. Deutschlandfunk 2008 (45 Minuten).
Hessischer Rundfunk (55 Minuten) (Link zum Manuskript)
An einem Februartag mitten im Zweiten Weltkrieg werden im hessischen Gießen Betriebsfeste angeordnet und die Kinder haben schulfrei. Anlass ist die Vollstreckung der Todesstrafe an Heinrich Will. Sein Verbrechen: das Abhören von ausländischen Rundfunksendern. Der bekannte Landschaftsmaler ist der Erste, der nach einem Schauprozess als „Rundfunkverbrecher“ hingerichtet wird.
Dabei ging Heinrich Will mit dem Nationalsozialismus anfangs durchaus konform – bis er sich von seiner jüdischen Ehefrau trennen soll. Er lehnt dies kategorisch ab und erhält Berufsverbot. 1941 stößt das Ehepaar Will zum „Freitagskränzchen“, das von Schuldirektor Alfred Kaufmann organisiert wird. Im Kreise gutbürgerlicher Gießener verfolgen sie die Meldungen von der BBC und Radio Beromünster, diskutieren darüber und erwägen vorsichtig, die Sammlung für das Winterhilfswerk zu boykottieren. Für das NS-Regime ein Hort des Widerstands: 1942 wird die Runde durch eine eingeschleuste Gestapo-Agentin verraten.
Die zahlreichen Gnadengesuche für Heinrich Will bleiben erfolglos. Seine Hinrichtung wegen des Hörens von „Feinsendern“ markiert die Verschärfung des nationalsozialistischen Terrors nach innen.
(Bild: Oberhessische Museen Gießen)
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Hörfunk-Feature. Deutschlandfunk 2008 (55 Minuten) (Link zum Manuskript)
1906 kommt es in Belgien zu einem denkwürdigen Treffen. Der deutsche Arzt Wilhelm Molly und der französische Professor Gustave Roy beschließen, einen Staat zu gründen. „Amikejo“ soll er heißen, mitten in Europa liegen und der erste Esperanto-Staat der Welt werden.
Knapp zwanzig Jahre zuvor hatte der Pole Ludwig Zamenhof die Plansprache Esperanto entwickelt; aufgrund ihrer leichten Erlernbarkeit fand sie rasch Anhänger in aller Welt. 1905 veröffentlichte Zamenhof zudem seine Lehre von Nächstenliebe und Toleranz, den „Homaranismo“. –
Im August 1908 ist es soweit: in Neutral-Moresnet, einem südwestlich von Aachen gelegenen staatsrechtlich neutralen Gebiet, finden sich die Bürger Moresnets mit Esperantisten aus aller Welt zusammen. Sie halten Reden über den Esperantofreistaat, stellen Wappen und Fahne vor und die Bergmannskapelle spielt den „Amikejo-Marsch“. Internationale Zeitungen berichten über die angestrebte Staatengründung, einige davon sogar, dass es sich bei diesem Treffen bereits um die Ausrufung des neuen Staates gehandelt habe.
Der Erste Weltkrieg setzt dem humanistischen Traum ein jähes Ende. Allerdings sind noch heute die Auswirkungen dieser großen Idee im kleinen Moresnet, das nun Kelmis heißt, zu spüren - und sei es nur an der beträchtlichen Anzahl Esperanto sprechender Einwohner.
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Hörfunk-Feature. Deutschlandfunk 2007 (45 Minuten) (Link zum Manuskript)
Lärm ist das Geräusch der anderen, sagte der Großstädter Kurt Tucholsky. Doch nicht nur in Ballungsgebieten macht jeder auf seine Weise Krach; auch im häuslichen Alltag wurde die Stille erfolgreich verdrängt. Ob Toaster, Telefon oder Kamera - jedes noch so primitive Funktionieren wird von synthetischen Klängen begleitet. Dass hier Sounddesigner am Werke sind, nützt wenig. Piepsen, Klicken, Surren, Rauschen und Brummen bildet zusammen mit dem Brausen des Verkehrs eine permanente Geräuschkulisse und wird zum Lärm. Und der hat physiologische, psychologische, gesellschaftliche und sogar ökologische Auswirkungen, etwa auf unsere heimische Vogelwelt: sie zwitschert heutzutage messbar lauter als noch vor wenigen Jahren.
Manche glauben, diffusem mit strukturiertem Lärm begegnen zu können und drehen deshalb die Musikanlage auf. Andere hingegen engagieren sich in Arbeitsringen für Lärmbekämpfung. Selbst die Politik hat mittlerweile reagiert: das Bundesumweltamt verdoppelt in diesem Jahr die Fördermittel zum Lärmschutz von 56 auf 100 Millionen Euro. Besteht also noch Hoffnung für die Patientin „Stille“?
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Hörfunk-Feature. Deutschlandfunk 2007 (55 Minuten) (Link zum Manuskript)
1926 initiierte der Berliner Polizeipräsident ein bemerkenswertes Projekt. Auf insgesamt 23 Schellackplatten gaben verurteilte Verbrecher einige Lieder zum Besten und berichteten über ihre Taten. So erklärte der Einbrecher Fritz Wald: „Ich hielt meinen Raub für gerechtfertigt, denn ich hatte ja auch Arbeit dafür zu leisten.“ Zudem mussten sie Sätze nachsprechen, die ursprünglich für die Erforschung von Dialekten zusammengestellt worden waren, wie den mit dem Kochlöffel und dem Affen. Ziel der Aufnahmen war keineswegs das Archivieren von Lebensbeichten. Vielmehr hingen Wissenschaftler schon länger der Vorstellung an, dass sich von äußeren Merkmalen auf den Charakter schließen lasse. Ende des 19. Jahrhunderts war etwa versucht worden, durch das Vermessen von Straftätern einen objektiven Verbrechertypus zu ermitteln. Und auch von der Stimmanalyse erhoffte man sich, typische Täterprofile ableiten zu können. Zwar wurde dieses Projekt mangels eindeutiger Ergebnisse noch im selben Jahr wieder eingestellt. Doch zur nationalsozialistischen Kriminalphysiognomik und Rassenkunde wenige Jahre später war es nun nur noch ein kleiner Schritt.
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Hörfunk-Feature. Deutschlandfunk 2007 (55 Minuten) (Link zum Manuskript)
1880 betraten zwei Inuit-Familien aus Labrador Hagenbecks Tierpark – allerdings nicht, um in Hamburg Löwen und Affen zu bestaunen, sondern um sich selbst gegen Gage ausstellen zu lassen. „Völkerschau“ nannte Carl Hagenbeck seine neueste Idee, mit der er der Flaute im Zoogeschäft begegnen wollte. Nach Erfolgen mit Lappen und Nubiern waren nun acht Inuit an der Reihe. Zu vorgegebenen Zeiten mussten sie in Fellparkas aus ihren Hütten treten, Kajak fahren und mit Harpunen Jagd auf Seehunde machen. Zwischen diesen Auftritten wurden sie von Medizinern wie Rudolf Virchow untersucht und vermessen.
Doch waren sie mehr als bloße Schauobjekte: eine der Inuit-Familien war christlich getauft, und ihr Oberhaupt Abraham hatte bei den Missionaren Lesen und Schreiben gelernt. Nun führte er seinerseits Tagebuch über die fünfmonatige Reise, die Neugierde der Eskimos auf das unbekannte Land, ihre angesichts der Menschenmassen allmählich einsetzende Schwermut und das tragische Ende.
Mit seinen Aufzeichnungen aber hinterließ Abraham ein einmaliges historisches Dokument: die Schilderung einer Völkerschau aus der Sicht eines Teilnehmers.
(Foto: Archiv)
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Hörfunk-Feature. Deutschlandfunk 2008 (180 Minuten)
Co-Autor: Mirko Heinemann (Link zum Manuskript)
Wenn man doch ein Indianer wäre, gleich bereit, und auf dem rennenden Pferde …“ seufzte Franz Kafka sehnsuchtsvoll. Und Heiner Müller konstatierte gar: „Deutscher sein heißt auch Indianer sein.“
Deutsche und Indianer – das ist eine nur auf den ersten Blick ungewöhnliche Liaison. Unzählige Deutsche reisten in das Land der indianischen Völker, sei es in der Phantasie auf den Spuren der Schriftsteller Karl May und Liselotte Welskopf-Henrich, sei es ins real existierende Amerika als Auswanderer, Forscher, Künstler oder Draufgänger. Und einige Indianer kamen auch nach Deutschland: als Teilnehmer von Völkerschauen und Zirkusvorstellungen, als amerikanische GIs oder einfach, um hier zu leben.
Zahllos sind die Geschichten von Verbindungen zwischen Elbe und Rio Grande. Diese Lange Nacht will den Fährten folgen, die mal ins reale Abenteuer, mal in das träumerische Reich der Phantasie führen. Vielleicht lässt sich so das Faszinosum „Indianer-Sein“ erkunden und die Frage beantworten, ob tatsächlich eine „Blutsbrüderschaft“, also eine Seelenfreundschaft zwischen (nordamerikanischen) Indianern und Deutschen existierte und existiert.
(Foto: Archiv)
Ein Klick auf den Abspielknopf bringt die vierte der 22 FreitagsFragen zu Gehör.
Gelesen von der Autorin.